Rückblick Januar 2009:
Musik grenzenlos beim Neujahrskonzert
Es war ein Abend der grenzenlosen Parallelen und der parallelen Grenzenlosigkeiten: Auf der Bühne verbanden Irith Gabriely, Hans-Joachim Dumeier und Riad Kheder mit ihrer Musik die jüdische, christliche und islamische Religion. An den Tischen, im gemütlich warmen Raum der Weststadtbar, waren es die Gespräche, mittels derer sich die Gäste aus ganz unterschiedlichen Branchen vernetzten. Und wie virtuos die Versammelten ihre (Stimm-)Instrumente beherrschten.
Zum Einstieg des Neujahrskonzerts „Kirche, Synagoge und Moschee“ trommelte Riad Kheder unter Einsatz aller zehn Finger auf einem Tamburin einen getragenen Meditationsrhythmus. Während er ihn stetig steigerte und variierte, spielte Irith Gabriely eine verträumte und eingängige Klarinettenstimme. Vervollständigt wurde das erste Stück des kunstfertigen Ensembles mit einem jazzigen Klaviersolo von Hans-Joachim Dumeier.
Und nicht nur die Religionen wussten die Musiker zu vereinen, sondern auch verschiedene Musikrichtungen. So verwandelte sich eine streng gefügte Bach’sche Kantate nach und nach in eine freie Improvisation des begnadeten Pianisten Dumeier. Riad Kheder spielte ein klassisch-arabisches Stück auf dem zwölfsaitigen Oud, der arabischen Laute. Bei einem jüdischen Hochzeitslied lernten die EVENCE-Besucher, wie man auf jiddisch schunkelt. Nämlich vor und zurück, statt hin und her.
Wenn Irith Gabriely ihren Fingern eine Pause gönnte, unterhielt sie das Publikum mit kleinen Geschichten: Sie erzählte, wie sich die Musiker kennen gelernt haben, was sie persönlich wie musikalisch verbindet und erläuterte, mit bestechender Logik, warum zwei betende Juden immer zu zwölft seien – dann aber doch lieber nach Hause gingen, anstatt in der Kirche zu singen, weil man dazu schließlich nur zehn Leute brauche.
Diesen potenzierenden Effekt nutzte Gabriely aus, als sie den gesamten Saal in einen großen Chor verwandelte und ihn professionell zu einem Ständchen für Julia Rasbieler anleitete. Sie feierte am Tag des Neujahrskonzerts ihren sechzehnten Geburtstag. EVENCE gratuliert noch einmal nachträglich!
Gewohnt nahtlos fügte sich schließlich auch das reiche und bunte Buffet ein. Schweinebraten gab es, Bohnen, Kartoffeln, Feldsalat, Cracker mit Fisch und vieles mehr..
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