Rückblick September 2008:

Eine Runde Wodka für Alle

Die verträumt-melancholischen Klarinettenklänge passten nicht nur zu den von Marial Knissel gelesenen Passagen aus „Der Klarinettist“, sondern auch zum unverhältnismäßig kalten Septemberabend, an dem sich dem Publikum der EVENCE-Veranstaltung des Monats ein stimmungsvoller Ausblick auf den zartrosé bis graublau gefärbten Abendhimmel über der Weststadtbar bot. Es war die perfekte Stimmung für das Buch, eine schwierige Liebesgeschichte mit dramatischen Wendungen vor deutsch-russischer Kulisse des vergangenen Jahrhunderts.

Die Auszüge aus dem Debütroman der Reinheimer Autorin wechselten sich mit der Musik von Stephan Völker ab, der die vorgetragenen Klarinetten-Soli allein für diesen Roman komponierte hatte. Seine Musik erzählte die gelesenen Worte wieder, neu und anders, sie vertiefte die Erzählung, ließ Raum zur Reflektion und ein wenig zum Träumen.

Von der Geschichte war es nicht weit zur Ausstellung „Russland 1900“, die am 12. Oktober auf der Mathildenhöhe beginnt. Stilecht leitete eine Runde Wodka den Ausblick auf die Ausstellung von Dr. Ralf Beil ein. Der Leiter des Instituts Mathildenhöhe machte den EVENCE-Besuchern Appetit auf das „Ausstellungsereignis Russland 1900“:  Von der Krönung des Zaren Nikolaus1896, für die Alexander Glasunow eigens eine Krönungskantate komponierte, bis zur Oktoberrevolution 1917 entstanden eine Vielzahl berühmter aber auch überraschender Werke. Die Exponate dieser internationalen Schau kommen aus St. Petersburg, Moskau, Paris, London und Straßburg. Sie zeugen von einer glanzvollen Epoche und werden die Mathildenhöhe mit ihrer russischen Kapelle bis zum 1. Februar in ein Darmstädter Wintermärchen verwandeln.

Nach so vielen Anlehnungen an das kalte Russland und den bevorstehenden Winter wurde das heiße Buffet wärmstens aufgenommen und ließ den Abend so angenehm ausklingen, wie er begonnen hatte.

 

Interessante Links:
http://derklarinettist.de
http://www.mathildenhoehe.eu

 




 

 

Zur Bildergalerie: September 2008 (Fotos von Christian Grau)

 

 

 



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